Düstere Klänge und mörderischer Ehrgeiz: Musikkurse besuchen Verdis „Macbeth“

Am Freitag, den 24. April tauschten die Musikkurse von Herrn Reichardt und Herrn Lein den Klassenraum gegen den Saal der Oper Frankfurt. Auf dem Programm stand ein echtes Schwergewicht der Operngeschichte: Giuseppe Verdis Macbeth.

Basierend auf Shakespeares Tragödie stellt die Inszenierung der Oper Frankfurt auf ihrer Homepage bereits die Frage, wozu die Gier nach Macht und Reichtum uns treiben können?

Die Inszenierung von R.B. Schlather beeindruckte unsere Kurse durch ihre psychologische Tiefe und moderne Ästhetik:

Das Geschehen wurde in die elegante, aber modern unterkühlte Atmosphäre eines villenhaften Anwesens verlegt. Hier wurde deutlich: Weltpolitik spiegelt sich oft im Privaten wider. Das kinderlose Paar Macbeth wurde als ein Duo gezeigt, das sich in einer Spirale aus Isolation und Gewalt verliert. Besonders die Darstellung der inneren Zerrissenheit durch Verdis Musik und die gewaltigen Chorpassagen machten die beklemmende Stimmung des Stücks greifbar.

Nicht nur die Ohren, auch die Augen kamen voll auf ihre Kosten. Besonders beeindruckt zeigten sich die Schülerinnen und Schüler von der aufwendigen Bühnentechnik der Oper Frankfurt. Die intensive Nutzung der Drehbühne schuf dynamische Raumwechsel, die das Publikum förmlich in den Sog der Handlung zog. Visuelle Highlights wie künstlicher Schneefall und der Einsatz von Fackeln unterstrichen die Dramatik.

Beindruckt von der sängerischen Brillanz und der packenden Inszenierung feierte das Publikum das Opern-Ensemble am Ende mit langanhaltenden standing ovations.

Für die Schülerinnen und Schüler war der Abend eine hervorragende Gelegenheit, die im Unterricht besprochenen Themen – wie die musikalische Charakterisierung des Bösen – in einer Weltklasse-Aufführung zu erleben. Die Frage nach der menschlichen Gier und ihren Folgen blieb auch auf der Heimfahrt ein intensiv diskutiertes Thema.

Ein großes Dankeschön an die Fachschaft Musik für die Organisation dieses kulturellen Highlights!

Schülerinnen und Schüler im Museum vor einem Bild

Am 25.09.2026 besuchte die Q‑Phase Q1 des Kunstkurses unter der Leitung von Dr. Angelika Wyka‑Podkówka das renommierte Städelmuseum Frankfurt am Main. Die Exkursion bot den Schülerinnen und Schülern die Gelegenheit, bedeutende Werke der Kunstgeschichte direkt vor Ort zu analysieren und ihre theoretischen Kenntnisse durch unmittelbare Anschauung zu vertiefen.

Im Zentrum standen drei Künstler, die unterschiedlicher kaum sein könnten: Tischbein, Picasso und Beckmann. Besonders eindrucksvoll war die Auseinandersetzung mit Tischbeins ikonischem Werk „Goethe in der Campagna‘‘. Die Schülerinnen und Schüler analysierten die Komposition, die idealisierte Landschaft und die symbolische Bedeutung der antiken Ruinen. Das Werk bot einen hervorragenden Anlass, über die Verbindung von Klassizismus, Bildungsreise und Selbstinszenierung nachzudenken.

Die Werke Picassos eröffneten einen spannenden Kontrast: Seine radikale Formauflösung und der Bruch mit traditionellen Perspektiven forderten die Schülerinnen und Schüler heraus, Sehgewohnheiten neu zu denken. Max Beckmanns kraftvolle, oft existenziell geprägte Bilder zeigten schließlich, wie stark Kunst gesellschaftliche Umbrüche und persönliche Erfahrungen spiegeln kann.

Die Exkursion war nicht nur fachlich bereichernd, sondern auch ein lebendiges gemeinsames Erlebnis. Sie machte deutlich, wie wertvoll der direkte Kontakt mit Kunstwerken für das Verständnis ihrer Wirkung und Bedeutung ist.